Experten-Tipps 2007
Die DSW-Geschäftsführerin Jella Benner-Heinacher beantwortet 14-tägig Mitgliederanfragen zu allen Themen rund um die Wertpapieranlage. Lesen Sie hier die Experten-Tipps aus dem Jahr 2007. Die jeweils aktuellsten Experten-Tipps finden Sie hier.
Was nutzen mir die durch die MiFID erweiterten Informationspflichten?
27. Dezember 2007
Frage: Überall höre ich, dass es ein neues Gesetz gibt, nach dem Bankberater ihre Kunden besser über Kosten, Gebühren und Provisionszahlungen beim Verkauf von Fondsprodukten und Ähnlichem informieren müssen. Mir ist nicht ganz klar, welchen Nutzen ich aus diesen Informationen ziehen kann. Stehen mir etwa Ansprüche aus solchen Provisionszahlungen zu? Könnten Sie mir das erklären?
Ist die Ausleihung von Depotwerten durch Banken über die AGBs möglich?
13. Dezember 2007
Frage: Kürzlich habe ich erfahren, dass es deutsche Banken respektive Broker geben soll, die sich über ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Ausleihung von Depotwerten ihrer Kunden an dritte Adressen genehmigen lassen. Dies soll jedenfalls so lange gelten, wie seitens des Kunden nicht ausdrücklich widersprochen wurde. Das würde im Insolvenzfall der Bank ja bedeuten, dass das Kundendepot leer wäre. Die Papiere sich also nicht, wie der Privatanleger zu Recht annimmt, in der Depotverwahrung befinden. Stimmen diese Gerüchte?
Fällt bei einem Squeeze-out Spekulationssteuer an?
29. November 2007
Frage: Als erfahrener Aktionär kaufe ich häufig Papiere von Gesellschaften, die wenig später ihre Anteilseigner mittels eines so genannten „Squeeze-out“ herausquetschen wollen. Nun habe ich Ärger mit meinem Finanzamt, das mir kürzlich mitteilte, dass auch auf solche Geschäfte die einjährige Spekulationsfrist anwendbar sei und deshalb Spekulationssteuer anfalle. Aus meiner Sicht liegt hier aber kein steuerrechtlich relevantes privates Veräußerungsgeschäft vor.
Können Zertifikate während der Laufzeit gekündigt werden, wenn eine Übernahme der zugrunde liegenden Aktie erfolgt?
15. November 2007
Frage: In meinem Depot habe ich über 12 000 ABM Amro Aktien und daneben noch Zertifikate auf ABN Amro, die von BNP Paribas aufgelegt wurden. Für die Aktien habe ich das Übernahmeangebot des Konsortiums unter Führung der Royal Bank of Scotland angenommen. Im Hinblick auf die Outperformance Plus und Discountzertifikate habe ich von meiner Depotbank eine Abrechnung über die jeweiligen Kapitalrückzahlungen (Endfälligkeit) erhalten, wobei die Kurse vom 17.10.07 zugrunde gelegt wurden. Meine Frage ist nun, wieso können Zertifikate während der Laufzeit ausbezahlt werden, sie haben doch mit der Übernahme der Aktien nicht zu tun? Ist diese Vorgehensweise und die Zug rundelegung der Kurse denn rechtens?
Was ändert sich durch das Risikobegrenzungsgesetz?
1. November 2007
Frage: Mit Schrecken verfolge ich die Erpressungsversuche aggressiver Aktionäre wie im Fall der Cewe Color. Vor diesem Hintergrund halte ich das neue Risikobegrenzungsgesetz, das die Bundesregierung jetzt vorgelegt hat, für gut. Können Sie mir erklären, wie diese Abwehrmaßnahmen genau aussehen und was sich ändert?
Was ist der neue Index NRW-MIX?
4. Oktober 2007
Frage: Als Besucher der Internationalen Anlegermesse (IAM) in Düsseldorf Anfang September habe ich mit großem Interesse verfolgt, dass die Börse Düsseldorf einen neuen Index vorgestellt hat, den so genannten NRW-MIX. Ich würde gerne von Ihnen wissen, wo ich mehr über diesen Index erfahre?
Wie sicher sind meine Bankeinlagen angesichts der aktuellen Bankenkrise?
20. September 2007
Frage: Die jüngsten Entwicklungen am deutschen Bankenmarkt haben mich zutiefst verunsichert. Ich bin sowohl bei meiner Sparkasse als auch bei einer großen deutschen Privatbank über Bankanleihen, Sparbücher und Festgelder investiert. Muss ich nach den Schieflagen bei IKB, WestLB und Sachsen LB mit Einbußen bei meinem Vermögen rechnen? Inwieweit ist gesichert, dass ich mein Kapital auch im Falle einer Bankenkrise zurückerhalte?
Was versteht man unter "Subprime Darlehen"?
6. September 2007
Frage: Seit einigen Wochen verfolge ich mit großer Spannung die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes. Allerdings ist mir nicht klar, warum die fundamental so gute Entwicklung in Deutschland nun durch eine US-amerikanische „subprime“-Krise derart beeinträchtigt wird. Könnten Sie mir erklären, was diese „subprimes“ überhaupt sind und warum dieses amerikanische Phänomen auch unsere Märkte in Turbulenzen bringt?
Wie lange sollte eine Hauptversammlung dauern?
9. August 2007
Frage: Als Rentner besuche ich seit Anfang des Jahres möglichst viele Hauptversammlungen, um mich über meine Gesellschaften zu informieren. Dabei fällt mir immer wieder auf, dass speziell die Aktionärstreffen der großen DAX-Gesellschaften langatmig und langweilig sind. Gibt es keine Möglichkeiten, diese Veranstaltung kürzer und knapper zu gestalten? Gerade bei kleineren Unternehmen gelingt das doch häufig recht gut.
Sind CO2-Zertifikate auch für Privatinvestoren attraktiv?
26. Juli 2007
Frage: Das Thema „Klimawandel“ ist zurzeit in aller Munde. Auch ich bin an der schnellen Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes interessiert und prüfe, welchen Beitrag ich als Privatanleger leisten kann. So höre ich immer wieder von einem Handel mit CO2-Zertifikaten. Über Zertifikate haben Sie im WERTPAPIER schon oft berichtet, aber kommt der Kauf eines CO2-Zertifikates auch für mich als Investor in Betracht?
Was besagt die sog. "Sharpe Ratio"?
12. Juli 2007
Frage: Rein statistisch gesehen hat jeder Deutsche durchschnittlich 7500 Euro in Investmentfondsanteilen angelegt, so war es kürzlich jedenfalls zu lesen. Ich habe noch kein Geld in einem Fonds angelegt. Doch das soll sich jetzt ändern. Ein Bekannter hat mir den Rat gegeben, bei der Auswahl die „Sharpe Ratio“ zu beachten. Können Sie mir sagen, was das ist und ob mir es bei der Auswahl des Investmentfonds hilft?
Eine Aktie - eine Stimme?
28. Juni 2007
Frage: In meinem Wertpapierdepot halte ich zahlreiche italienische und französische Aktien. Nun habe ich festgestellt, dass in Italien dem Staat als Großaktionär Sonderrechte eingeräumt werden. In Frankreich sind Namensaktien von Großaktionären häufig mit Mehrfachstimmrechten ausgestattet. Ich war immer der Meinung, dass solche Konstruktionen gegen den Grundsatz „eine Aktie, eine Stimme“ verstoßen.
Hauptversammlungen in Österreich
14. Juni 2007
Frage: In dieser Saison habe ich erstmals versucht, meine Stimmrechte in Österreich auszuüben. Dabei hatte ich große Probleme, rechtzeitig an wichtige Informationen zu kommen. So habe ich zwar bereits drei Wochen vor der jeweiligen Hauptversammlung eine Kurzfassung der Tagesordnung erhalten, doch wichtige Daten, wie etwa die Namen der zur Wahl in den Aufsichtsrat stehenden Kandidaten, kamen erst eine Woche vor der Veranstaltung.
Sell in May and go away!?
31. Mai 2007
Frage: Mit Spannung verfolge ich den Höhenflug der deutschen Aktien seit Jahresbeginn. Ich habe verschiedene Aktien von im DAX notierten Unternehmen sowie ein DAX-Zertifikat in meinem Depot. Nun warte ich auf den richtigen Verkaufszeitpunkt. Aus meiner Sicht droht bald ein Ende der derzeitigen Kursrallye. Wie schätzen Sie die Entwicklung ein? Was ist dran an der alten Börsenregel „Sell in May and go away!“?
Wie sinnvoll sind Stop-loss-Orders?
17. Mai 2007
Frage: Seit zwei Monaten bin ich Mitglied in einem Investmentclub und betreue zusammen mit einigen Kollegen unser Aktiendepot. Da ich nicht jeden Tag Zeit habe, die Kursentwicklung unserer Aktien zu verfolgen, überlege ich, ob es Sinn macht, so genannte Stop-loss-Orders einzugeben. Ist das empfehlenswert?
Schadenersatzzahlungen des Ölkonzerns Shell
03. Mai 2007
Frage: In der letzten WERTPAPIER-Ausgabe berichteten Sie über mögliche Schadenersatzzahlungen des Ölkonzerns Shell. Ich habe Aktien der Gesellschaft im genannten Zeitraum, also zwischen dem 8. April 1999 und dem 18. März 2004, erworben. An wen muss ich mich wenden, wenn ich meine Ansprüche geltend machen will? Zudem wäre es interessant zu wissen, wie hoch die Kompensation je Aktie ausfallen könnte.
Grundregeln für den Kauf von Zertifikaten
19. April 2007
Frage: Seit einigen Monaten interessiere ich mich für den Kauf von Zertifikaten. Allerdings fühle ich mich in Anbetracht der Vielzahl der angebotenen Produkte bei der Auswahl etwas überfordert. Haben Sie für mich einige Grundregeln, die ich beachten sollte?
Stimmrechtsvertretung bei Namensaktien
05. April 2007
Frage: Um weniger Arbeit mit der Vertretung meiner Stimmrechte auf den Hauptversammlungen zu haben, habe ich der DSW eine Stimmrechts-Dauervollmacht erteilt. Leider muss ich feststellen, dass die Vertretung bei Namensaktien trotzdem ein echtes Problem ist. So gilt meine Dauervollmacht etwa bei DaimlerChrysler, der Deutschen Bank oder Lufthansa nicht. Bei diesen Gesellschaften bin ich gezwungen, mich mit komplexen Fragenkatalogen zu den jeweiligen Tagesordnungen auseinanderzusetzen. Dabei sind die Anforderungen an das Ausfüllen so kompliziert, dass bereits kleinste Fehler dazu führen, dass mein Stimmrecht nicht ausgeübt wird. Das kann weder im Sinne der Aktionäre noch im Sinne der Unternehmen sein. Was raten Sie mir? Soll ich meine Namensaktien verkaufen oder gibt es doch einen Weg, die DSW zu bevollmächtigen, die Stimmrechtsvertretung auch bei dieser Aktiengattung zu übernehmen?
Broker Voting
8. März 2007
Frage: Sie haben an dieser Stelle schon mehrfach über die Risiken niedriger Hauptversammlungspräsenzen und möglicher Gegeninitiativen berichtet. In den USA wird versucht, das Problem mit dem so genannten „broker voting“ zu lösen, das dem Wesen nach wohl dem früher in Deutschland gängigen Bankenstimmrecht ähnelt. Könnten Sie mir erklären, was das bedeutet und ob dies nicht auch geeignet wäre, um hierzulande höhere Präsenzen zu erzielen?
ETFs und 'Behavioral Finance'
22. Februar 2007
Frage: Vor kurzem wurde ich darauf hingewiesen, dass man ausschließlich auf „Exchange Traded Funds“ (ETF) setzen solle, denn die „Behavioral Finance“ habe bewiesen, dass diese immer am besten abschneiden würden. Können Sie mir verraten, was darunter zu verstehen ist? Und inwieweit mit ETFs tatsächlich am meisten Geld verdient werden kann?
'Positive' Skaleneffekte
8. Februar 2007
Frage: Ich habe den Eindruck, dass der Ausverkauf der deutschen Wirtschaft unentwegt weitergeht. Vor allem Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau und Zukunftstechnologien scheinen weiter im Fokus des Interesses von Private-Equity-Gesellschaften zu stehen. Besonders beliebt sind kleine und mittlere Unternehmen. Als Grund für Übernahmen werden häufige so genannte positive „Skaleneffekte“ genannt. Mir ist nach wie vor nicht klar, was das heißen soll. Können Sie den Begriff genauer erklären?
Was kann das elektronische Unternehmensregister?
24. Januar 2007
Frage: Als international investierender Anleger interessiere ich mich für alle wichtigen Finanzdaten der Unternehmen, von denen ich Aktien halte. So nutze ich für meine amerikanischen Anteile oft die elektronischen Informationen, die mir über EDGAR (Electronic Data Gathering Analysis and Retrieval System) zur Verfügung gestellt werden. Jetzt soll es ein ähnliches elektronisches Unternehmensregister auch für Europa geben. Könnten Sie mir sagen, ob das zutrifft und wie ich an diese Informationsquelle herankomme?
Entsenderecht für den Großaktionär von ThyssenKrupp?
11. Januar 2007
Frage: In der letzten Ausgabe des WERTPAPIER berichten Sie über die bei Thyssen-Krupp geplante Einführung eines Entsenderechts für den Großaktionär, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung. Ich teile Ihre Kritik zu 100 Prozent, meine Frage aber ist: Was macht die DSW, um dieses Entsenderecht zu verhindern?

