DSW: Schlechte Nachrichten für Prokon-Anleger

Mehr als eine Milliarde Euro haben rund 74.000 Anleger dem Stromanbieter Prokon Regenerative Energien GmbH anvertraut. Sie haben sogenannte Genussrechte gekauft. Mit einer Grundverzinsung von 6 Prozent scheint das ein gutes Geschäft zu sein. Die Crux dabei: solche Papiere sind auch am Verlust eines Unternehmens beteiligt. „Nach den Bedingungen sieht es bei Prokon so aus, dass Verluste zunächst aus den Rücklagen und dann aus dem Stammkapital bedient werden. Sollten die Fehlbeträge noch höher ausfallen, ist das Genussrechtskapital dran“, erklärt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz). Jetzt könnte es soweit sein. Laut einem Bericht der Stiftung Warentest summiert sich der Verlust des Prokon-Konzerns mittlerweile auf fast 195 Millionen Euro. Das Stammkapital der Gesellschaft sei bereits Ende August 2013 aufgezehrt gewesen.

„Sollten sich diese Zahlen bewahrheiten, müssen die Prokon-Anleger damit rechnen, deutlich weniger Geld zurückzubekommen, als sie eingezahlt haben. Denn dann wäre nicht nur die Zinszahlung in Gefahr sondern auch das Genussrechtskapital“, sagt Tüngler. Wie dramatisch die Situation ist, zeigt ein weiterer Blick auf die Zahlen. Allein für die Grundverzinsung von 6 Prozent müsste das Unternehmen bis zum Jahrsende mindestens ein Ergebnis nach Kosten und Steuern von 60 Millionen Euro erwirtschaften. Von Januar bis August lag das operative Ergebnis bei gerade einmal 13 Millionen Euro.

„Betroffene Anleger sollten sich frühzeitig zusammenschließen, um – falls nötig – schnell aktiv gegensteuern zu können“, so Tüngler. Die DSW bietet verunsicherten Prokon-Anleger die Möglichkeit, sich unter der Telefonnummer 0211/6697-31 oder per Mail (thomas.hechtfischer@dsw-info.de) registrieren zu lassen. „Im ersten Schritt werden wir einen Informationsservice für Betroffene aufbauen. Zudem werden wir den Fall weiter intensiv beobachten und – im Fall des Falles – auch juristisch aktiv werden“, sagt Tüngler.

Pressemitteilung vom  5. Dezember 2013

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Ansprechpartner für die Presse: Jürgen Kurz, Pressesprecher