DSW fordert Grammer-Aktionäre auf, sich gegen drohende „kalte Übernahme“ durch Hastor zu stellen

Eigentlich könnte der Autozulieferer Grammer einer relativ ruhigen Hauptversammlung im Mai entgegensehen. Die Zahlen sind gut, das Unternehmen hat gerade das höchste Ergebnis der Unternehmensgeschichte ausgewiesen, der Aktienkurs hat zugelegt. Es gibt also nur wenig Grund für Kritik. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die bosnischen Unternehmerfamilie Hastor, die mittlerweile direkt oder indirekt rund 20 Prozent der Grammer-Aktien kontrolliert, will so schnell wie möglich auf dem Rechtsweg eine außerordentlichen Hauptversammlung erzwingen, auf der es eigentlich nur um zwei Themen geht: die Ablösung des aktuellen Vorstandschefs Hartmut Müller und fünf Aufsichtsratemandate für sich selbst

„Da droht eine Art ‚kalte Übernahme, die die restlichen Anteilseigner, und das sind immerhin 80 Prozent, verhindern müssen. Es darf nicht sein, dass eine Minderheit hier derart ungeniert durchregiert“, sagt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz). Möglich sei ein solches Szenario durchaus, befürchtet der Anlegerschützer. „Normalerweise liegt die Präsenz bei Grammer-Hauptversammlungen um die 45 Prozent. Da ist es mit einem Anteilsbesitz von 20 Prozent nicht weit zur Mehrheit“, unterstreicht Tüngler und mahnt zur Wachsamkeit bei den freien Grammer-Aktionären. Dies gelte selbst dann, wenn – wie angekündigt – nunmehr ein chinesischer Investor zu Hilfe eile.

Die DSW bietet daher allen Grammer-Aktionären an, sollte es zu der außerordentlichen Hauptversammlung kommen, ihre Stimmrechte dort zu vertreten. Zudem werden die Anlegerschützer einen Informationsdienst installieren.

Aus Sicht der Anlegerschützer gibt es keine Notwendigkeit für ein außerordentliches Aktionärstreffen. „Die ordentliche HV ist am 24. Mai. Einen Grund für eine vorgezogene können wir nicht erkennen. Hier mag allein die Hoffnung bei Hastor mitspielen, dass auf einer solchen kurzfristig angesetzten Veranstaltung die Präsenz noch niedriger ausfällt“, mutmaßt der DSW-Mann.

Betroffene Aktionäre können sich bei der DSW unter info@dsw-info.de für einen Informationsservice registrieren.

Pressemitteilung vom 14. Februar 2017

Mitglieder wenden sich bitte an die zuständigen DSW-Mitarbeiter.

Ansprechpartner für die Presse: Jürgen Kurz, Pressesprecher