DSW warnt vor Offerte des Ex-Prokon-Chefs Rodbertus

Etliche Genussscheininhaber der insolventen Prokon GmbH bekommen zurzeit Anrufe im Auftrag eines alten Bekannten. Carsten Rodbertus, Ex-Prokon-Geschäftsführer, lässt im Vorfeld der am 22. Juli anstehenden Gläubigerversammlung eine ganze Armada von Helfern die Investoren abtelefonieren. Sein Ziel: die Genussscheininhaber sollen ihn als ihren Vertreter in der Gläubigerversammlung bevollmächtigen. „Auf diese Art will der Bock sich selbst zum Gärtner machen. Erst hat Herr Rodbertus das Unternehmen in die Insolvenz geführt und jetzt will er Interessenvertreter der Anleger werden. Das ist absurd. Rodbertus scheint die Intelligenz der Anleger zu unterschätzen“, kommentiert Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz), die aktuell laufende Sympathieoffensive des kaltgestellten Ex-Prokon-Chefs. „Was die Genussscheingläubiger jetzt unbedingt brauchen, ist eine unabhängige Interessenvertretung“, fordert Tüngler.

Hinzu kommt die Tatsache, dass Dietmar Penzlin, Insolvenzverwalter des Windpark-Betreibers, laut Medienberichten Schadenersatzansprüche gegen Prokon-Gründer Rodbertus prüft. „Die Frage, ob Herr Rodbertus seine Sorgfaltspflichten als Geschäftsführer verletzt hat, ist nicht abschließend geklärt. Schon das disqualifiziert ihn aus meiner Sicht endgültig als möglichen Interessenvertreter der Gläubiger“, sagt Tüngler. Da sind die rund 60 Strafanzeigen, die gegen Rodbertus vorliegen sollen, nur noch eine weitere Absonderlichkeit in der „Mission Prokon“ des geschassten Prokon-Chefs.

Insolvenzverwalter Penzlin ist ebenfalls nicht sonderlich gut auf den Prokon-Gründer zu sprechen. Besonders verärgert soll er darüber sein, dass Rodbertus weiter auf Anlegerjagd geht und dabei behauptet, im Rahmen des Insolvenzverfahrens solle das Unternehmen zerschlagen werden. Penzlin hatte Rodbertus sowie dessen Vertriebsleiter Rüdiger Gronau bereits Ende April den Stuhl vor die Tür gesetzt. Bei beiden hatte Penzlin wohl berechtigte Zweifel, ob sie bei der dringend notwendigen Implementierung neuer Strukturen in das Unternehmen, wirklich aktiv mitarbeiten wollten.

Um eine unabhängige Interessenvertretung sicher zu stellen, bietet die DSW betroffenen Genussscheininhaber die Möglichkeit, sich unter dem Stichwort „Prokon“ unter der Mailadresse „dsw@dsw-info.de“ registrieren zu lassen.

Pressemitteilung vom 20. Juni 2014

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Ansprechpartner für die Presse: Jürgen Kurz, Pressesprecher