DSW will unabhängige Sonderprüfung bei Volkswagen

Die DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) hat am Freitag (20. Mai) einen Antrag auf Ergänzung der Tagesordnung der Hauptversammlung der Volkswagen AG eingereicht. Ziel ist es, auf dem am 22. Juni stattfindenden Aktionärstreffen des Autokonzerns über die Einsetzung eines unabhängigen Sonderprüfers abstimmen zu lassen. „Es geht darum, den gesamten Komplex rund um die manipulierte Software bei Diesel-PKWs von einem externen Prüfer unter die Lupe nehmen zu lassen“, erklärt DSW-Präsident Ulrich Hocker.

Um den Antrag auf die Einsetzung eines Sonderprüfers auf die Tagesordnung einer Hauptversammlung zu setzen, sind Stimmrechte von Aktien im Nennbetrag von 500.000,- Euro notwendig, die seit mindestens drei Monaten im Besitz der jeweiligen Anteilseigner sein müssen. „Die für die Durchsetzung des Antrags notwendige Aktienanzahl haben wir durch die Kooperation mit deutschen und internationalen VW-Aktionären bereits sicher. Trotzdem sollten sich alle VW-Aktionäre, die eine solche Sonderprüfung für sinnvoll halten, dem Antrag anschließen“, sagt Klaus Nieding, DSW-Vizepräsident und Vorstand der Nieding+Barth Rechtsanwaltsaktiengesellschaft, die die Anlegerschützer bereits bei der Durchsetzung einer unabhängigen Sonderprüfung bei der Deutsche Bank AG vertreten hatte und nun auch in Sachen Volkswagen für die DSW aktiv ist.

Die Klärung der offenen Fragen ist für die Aktionäre von großer Bedeutung: „Sollten etwa die Rückstellungen für Strafzahlungen oder mögliche zivilrechtliche Ansprüche zu niedrig sein, hätte das gravierenden Einfluss auf das Ergebnis“, erklärt Hocker. Zudem müsse sichergestellt sein, dass die Kontrollmechanismen des Autokonzerns mittlerweile so justiert sind, dass eine Wiederholung unmöglich ist. „Und das würden die Aktionäre sich doch lieber von einem unabhängigen Sonderprüfer bestätigen lassen als von Volkswagen selber“, sagt Hocker. „Die Ergebnisse der Sonderprüfung sollte Volkswagen seinen Anteilseignern dann im Vorfeld der Hauptversammlung 2017 zur Verfügung stellen“, formuliert Nieding das Ziel.

Volkswagen-Aktionäre, die den Antrag der DSW unterstützen wollen, können sich unter Tel: 0211 / 6697-02 oder per Mail (dsw@dsw-info.de) registrieren lassen.

Pressemitteilung vom 23. Mai 2016

Mitglieder wenden sich bitte an die zuständigen DSW-Mitarbeiter.

Ansprechpartner für die Presse: Jürgen Kurz, Pressesprecher