Deikon GmbH: Schmerzhafte Einschnitte erscheinen unvermeidbar

Einst wollte man an die Börse, jetzt steht man kurz vor der Insolvenz. Es steht schlecht um den Kölner Immobilienanbieter Deikon GmbH, die ehemals Boetzelen hieß. Das Unternehmen ist auf Einzelhandelsobjekte spezialisiert, es erwirbt, entwickelt und bewirtschaftet in erster Linie Fachmärkte und Fachmarktzentren großer Lebensmittelketten. Eigentlich ist das ein solides und zukunftsfähiges Geschäftskonzept. Dennoch ist Deikon nach eigener Aussage in akute Finanznot geraten. Warum, das wird aus den Pressemeldungen nicht klar. Doch so viel steht fest: Nun muss ein Sanierungskonzept die Rettung vor der drohenden Insolvenz bringen.

Für Anleihegläubiger sind das keine guten Nachrichten. Auf die Besitzer aller drei Anleihen dürften durch die geplante Restrukturierung gravierende Einschnitte zukommen, wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, warnt: „Offenbar sollen die Besitzer von Hypothekenanleihen auf große Teile ihrer Forderungen und Zinsansprüche verzichten“, erklärt DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. Das Unternehmen hat in drei Emissionen insgesamt Hypothekenanleihen im Umfang von nominal gut 70 Millionen Euro emittiert.

Wie tief die Einschnitte genau werden, ist noch unklar. Deikon hat bislang nur angekündigt, dass es ein Restrukturierungskonzept geben wird. Inhaltlich liegt es zumindest öffentlich noch nicht vor. Insgesamt erscheint die Situation bei der DEIKON zum jetzigen Zeitpunkt unübersichtlich. Der Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2009 liegt bislang nicht vor. Nach einer ad-hoc-Mitteilung vom 30. Juni hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2009 einen vorläufigen Jahresabschluss und einen Fehlbetrag von 7,5 Millionen Euro bekanntgegeben. Im Vorjahr hatte das Minus sogar 18,7 Millionen Euro betragen. Das handelsbilanzielle Eigenkapital beläuft sich nur noch auf 3,3 Millionen Euro, was einer Eigenkapitalquote von lediglich 1,34 Prozent entspricht.

Das angesichts der dramatischen Lage ein schnelles und schmerzhaftes Restrukturierungskonzept her muss, um die Insolvenz abzuwenden, scheint klar zu sein. Unter einer Restrukturierung wird in diesem Zusammenhang eine Vereinbarung verstanden, durch die die Gesellschaft durch Gläubigerverzichte von Verbindlichkeiten entlastet wird und möglicherweise frisches Eigenkapital von ihren Gesellschaftern erhält.

Zu den Gläubigern gehören auch die Inhaber der drei Anleihen mit den ISIN-Nummern DE000A0EPM07, DE000A0JQAG2 sowie DE000A0KAHL9. Wenn die Anleihebesitzer als Sanierungsbeitrag auf Teile ihrer Forderungen beziehungsweise auf Zinsansprüche verzichten sollen, kann dies praktisch nur im Rahmen einer Gläubigerversammlung erfolgen.

Die DSW bietet Anleihegläubigern ihre Unterstützung an. Auf Anfrage erhalten Interessierte ein detailliertes Informationsschreiben mit allen derzeit verfügbaren Daten und Informationen zum weiteren Ablauf des Verfahrens, zu Hintergründen und zu juristischen Möglichkeiten für Anleger. Gleichzeitig bietet die DSW ihren Mitgliedern an, ihre Interessen und Stimmrechte auf einer Gläubigerversammlung zu vertreten. Alle Informationen erhalten interessierte Anleihebesitzer unter dswdsw-info.de oder telefonisch unter 0211/6697-01 (Astrid Heymanns).

Das Informationsschreiben können DSW-Mitglieder sofort hier herunterladen.