Gefahren durch Hedgefonds sind groß
Das Geschäft mit Hedgefonds läuft gut. Weltweit gibt es mittlerweile schon rund 8100 und die Zahl steigt weiter. Die Folge ist ein zunehmend härter werdender Wettbewerb. Und das nicht nur um Kunden, sondern auch um Personal. So kündigte etwa Byron Wien, einer der erfolgreichsten Strategen bei Morgan Stanley, kürzlich an, dass er künftig als Chef-Investment-Kapitän bei der Hedgefonds-Gesellschaft Pequot Capital anheuern wird.
Doch die Zahl der wirklich kompetenten Manager ist begrenzt. Zudem können gerade kleinere Anbieter sich die echten Profis nicht leisten. Also kommen unerfahrene Jungbanker ans Ruder, die mit immer riskanteren Strategien versuchen, Ergebnisse zu erzielen, die Kunden- und Provisionswachstum produzieren. Aufgrund der völligen Intransparenz von Hegdefonds geschieht das alles ohne Kontrolle durch den Kapitalmarkt.
Hierin steckt eine große Gefahr, die durch einen Blick in die Vergangenheit verdeutlicht werden kann. 1998 fuhr der Hedgefonds „Long Term Capital Management“ (LTCM) vor die Wand und brachte damit den internationalen Kapitalmarkt in eine bedrohliche Schieflage. Das LTCM-Management hatte einen Verlust von rund 4 Milliarden Dollar angehäuft. Der Fonds war massiv in russische Anleihen investiert. Als das ehemalige Zarenreich den Rubel abwertete und den Schuldendienst einstellte, waren in kürzester Zeit 44 Prozent des Anlagekapitals weg. Rund 3,6 Milliarden Dollar pumpte ein Konsortium von Wall-Street-Banken in das Pleiteunternehmen, um Schlimmeres zu verhindern.
LTCM hatte das 25-fache des Fondskapitals bei Banken aufgenommen, um seinen Ertrag zu steigern. Entsprechend groß war das Beben beim Zusammenbruch. Auch heute gibt es bereits wieder einzelne Fonds, die ähnliche Volumina an Fremdfinanzierung erreichen. Und mit diesem Geld spekulieren junge, ehrgeizige Banker. Ohne jede Kontrolle.
Ulrich Hocker

