Geldvermögen erreicht Rekordhoch – Aber Bundesbürger verharren in Zinsfalle

Auf den Rekordwert von mittlerweile gut 5,4 Billionen Euro ist das Geldvermögen der Deutschen laut neuesten Zahlen der Bundesbank im zweiten Quartal 2016 angewachsen – trotz Niedrigzinsphase. Damit stieg der Wert um 0,8 Prozent oder rund 44 Milliarden Euro gegenüber dem Vorquartal. Steigende Löhne, geringe Arbeitslosenzahl und eine leicht erhöhte Aktienquote waren die Treiber. „Auf den ersten Blick scheint das ja eine durchaus positive Entwicklung zu sein. Eine genauere Analyse würde aber zeigen, dass hier insbesondere diejenigen profitieren, die ihr Kapital in Aktien anlegen. Und das ist hierzulande leider nach wie vor eine sehr kleine Gruppe“, sagt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz). Das Gros der Bundesbürger verharre dagegen weiter in der Falle der Niedrigzinsen.

Gerade einmal knapp 15 Prozent des gesamten Geldvermögens sei in Aktien oder Aktienfonds investiert. „Der große Rest liegt bei Versicherungen, die in erster Linie in niedrigverzinsliche Anleihen investieren, sowie in verzinslichen Sparanlagen oder gleich gänzlich zinslos auf dem Girokonto“, erklärt Tüngler. Dieses Geld bringt nicht nur kaum noch Rendite, es ist auch – im Gegensatz zu Aktien – dem realen Wertverlust durch Inflation direkt unterworfen. „Die aktuell wieder leicht anziehende Inflationsrate in Europa, ist für die Europäische Zentralbank zwar ein Grund zur Freude, den Sparern wird damit aber endgültig der Boden unter den Füßen weggezogen“, sagt Tüngler. „Politiker, die wirklich etwas gegen die drohende Altersarmut unternehmen wollen, müssten jetzt so etwas wie eine konzertierte Aktion für das Anlegen und die Aktie starten, statt neue Steuern zu erfinden oder für Anleger zu erhöhen“, fordert der DSW-Mann.

Pressemitteilung vom 19. Oktober 2016

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