Gesucht werden pfiffige und praktikable Lösungen
Die Aufräumarbeiten nach der Finanzkrise sind in vollem Gange. Jetzt gilt es, nicht nur die Schäden zu beseitigen, sondern auch systematisch etwas zu ändern. Doch hier liegt das Problem. Zwar liegen weltweit jede Menge Forderungen nach besserer Regulierung auf dem Tisch. Doch sobald aus den theoretischen Forderungen praktische Handlungsrahmen gegossen werden sollen, zeigen sich Schwierigkeiten. Als Beispiel sei nur der Ruf nach einer weltweit einheitlichen Finanzaufsicht genannt. Eine solche Superbehörde macht vor dem Hintergrund der massiven Globalisierung durchaus Sinn. Dennoch hat sie keinerlei Chancen auf Verwirklichung. Viel zu viele nationale Interessen stehen dem im Weg.
Bei anderen Punkten scheint dies dagegen einfacher zu sein. So zeichnen sich im Bereich der Leerverkäufe durchaus pfiffige und praktikable Lösungen ab, wie man diese Spekulationen eingrenzen kann. Die US-Börsenaufsicht SEC hat ein Maßnahmenbündel dafür vorgelegt. Im Kern sieht es etwa vor, dass neue Leerverkäufe nur dann platziert werden dürfen, wenn die Aktie zuvor gestiegen ist. Diese Regel hat in den USA Tradition, sie war erst 2007 abgeschafft worden. Dass sie nun wiederbelebt werden soll, ist ein richtiger Schritt.
Noch sinnvoller erscheinen die automatischen Sicherungssysteme, die die SEC einbauen will. Leerverkäufe sollen zeitweise suspendiert (also ausgebremst) werden, sobald der Kurs der Aktien um ein bestimmtes Maß gesunken ist. Das klingt einfach, dürfte aber extrem effektiv sein, um den gefährlichen Abwärtstrend eines Papiers zu bremsen.
Ulrich Hocker

