Immobilienfonds sollten ehrlicher sein

Als Betongold werden offene Immobilienfonds gerne bezeichnet. Die Branche stellt die Vorteile, die sich hinter dem Begriff verstecken, nur allzu gern heraus. Die Fonds werden aus sichere und wertstabile Investments verkauft. Doch es gibt auch eine Haken. So werden die Fonds zwar als täglich handelbare Produkte verkauft, doch kommt es immer wieder zu Situationen, in denen die Emittenten die Rücknahme der Anteile nicht garantieren können, weil die Liquiditätsreserven aufgebraucht sind, und die übrigen Gelder in Betongold feststecken. Nun ist es wieder soweit: Immobilienfonds-Anteile von fast einem Dutzend großer Fonds im Wert von über 34 Milliarden Euro sind eingefroren.
Nun sollten Konsequenzen aus der Krise gezogen werden. Zuvorderst muss die Branche ehrlich eingestehen, dass die tägliche Rücknahme nicht zu garantieren ist. Kündigungsfristen von einigen Monaten sind notwendig. Außerdem sollten Portfolios für Privatanleger und institutionelle Investoren getrennt werden. Die massiven Mittelabflüsse durch Profis führen nämlich dazu, dass die Gelder der Privatanleger feststecken. Ein Weg aus der Krise wäre auch, sich über börsennotierte REITs statt Fonds als Alternative Gedanken zu machen.

Ulrich Hocker