Linde-Aufsichtsrat stimmt über Fusion mit Praxair ab – DSW fordert Mitspracherecht für Aktionäre

Auf der am heutigen Donnerstag stattfindenden Aufsichtsratssitzung der Linde AG dürfte es hoch her gehen. Thema ist der umstrittene Zusammenschluss mit dem US-amerikanischen Linde-Konkurrenten Praxair. Nicht mit am Tisch sitzen werden die Aktionäre der Linde AG. Das ist den Anlegerschützern der DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) ein Dorn im Auge. „Wir begrüßen zwar grundsätzlich den Zusammenschluss, da er unternehmerisch Sinn macht, allerdings sind wir weiterhin der Auffassung, dass der Weg dieses Zusammenschlusses nicht korrekt ist. Wir fordern, dass der Fusionsvertrag, das sogenannte Business Combination Agreement (BCA), auf einer außerordentlichen Hauptversammlung von den Aktionären genehmigt wird“, sagt DSW-Vizepräsidentin Daniela Bergdolt, die schon seit vielen Jahren die DSW auf den Linde-Hauptversammlungen vertritt.

Die DSW hatte bereits im Vorfeld der ordentlichen Hauptversammlung, die am 10. Mai stattgefunden hat, damit gedroht, notfalls auch den Klageweg einzuschlagen, wenn das Linde-Management nicht einlenkt. „Da das BCA zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorlag, gab es damals auch keine Grundlage für eine Abstimmung. Das wäre, wenn der Linde-Aufsichtsrat zustimmt, nun anders“, sagt DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. „Klar ist: wenn wir den Weg der Feststellungsklage gehen, wird das die Fusion nicht verhindern“, stellt Bergdolt klar. Vielmehr habe eine gerichtliche Entscheidung die Wirkung, dass der Vorstand intern über seine Vertretungsmacht hinausgegangen sei. Das beeinflusse aber das Vertretungsverhältnis nach außen nicht und führe deshalb auch nicht zur Unwirksamkeit der Fusion.

Pressemitteilung vom  1. Juni 2017

Mitglieder wenden sich bitte an die zuständigen DSW-Mitarbeiter.

Ansprechpartner für die Presse: Jürgen Kurz, Pressesprecher