Mehr Kundenfreundlichkeit, bitte!
Als Anleger ist man sich jahrelang vorgekommen wie ein Bittsteller, wenn man in Fonds, vor allem in Hedgefonds, investieren wollte. Ausgabeaufschlag, Managementgebühren, Verwaltungsgebühren und Erfolgsprovisionen – nur wer bereit war, diese ganzen Extrakosten zu akzeptieren und zu zahlen, der dürfte die vielversprechenden und stark beworbenen Fondsanteile erwerben. Dabei konnte einem angesichts der horrenden Extrakosten schon schwindelig werden.
Nun holt die Finanzkrise die gesamte Branche wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Zunächst blieb der Erfolg aus. Denn auch die Hedgefonds, die ja eigentlich in jeder Marktphase gewinnen sollten, verloren 2008 fast 20 Prozent. Dann blieben die Kunden weg. Um 37 Prozent sank das verwaltete Vermögen der Hedgefonds zum Jahresende.
Jetzt sind die Anleger am Drücker und sorgen dafür, dass die völlig abgehobene Gebührenkonstruktion verändert wird. Angeführt wird die Bewegung von den mächtigen US-Pensionsfonds. Diese fordern von den Hedgefonds-Betreibern Möglichkeiten, ihre Gebühren zurückzuerhalten, wenn die Ergebnisse des Fonds nicht wie versprochen ausfallen. Angesichts der horrenden Mittelabflüsse bleibt den Fondsgesellschaften kaum ein Ausweg, als auf die Kunden zuzugehen. Das Beispiel sollte Schule machen. Denn es ist doch eine Sache des gesunden Menschenverstands, dass Extra-Gebühren nur für Erfolge, nicht aber für Erfolglosigkeit gezahlt werden.
Ulrich Hocker

