Statements aus der VW-HV-Rede von DSW-Präsident Ulrich Hocker

Zur allgemeinen Lage des Konzerns:

„Wir stehen vor einem Trümmerhaufen. Die Aktie hat 50 Prozent ihres Wertes verloren, die Marktanteile schrumpfen, der Dieselmotor, der uns lange als umweltfreundlicher Heilsbringer verkauft wurde, stellt sich als große Mogelpackung heraus.“ „Die Dividende wurde drastisch gekürzt und wie die zukünftige Gewinnentwicklung aussehen wird, steht in den Sternen. Klar ist nur, den Volkswagenkonzern, den wir vor dem 18. September 2015 kannten, gibt es so nicht mehr und wird es so auch nie wieder geben.“

Zur Rolle von Vorstand und Aufsichtsrat:

„Wo war da die vielbeschworene technische Sachkenntnis der obersten Management-Ebene? Wo war der Vorstandschef, der sehr erfolgreich den Eindruck erweckte, er sei mit jeder Schraube in den gebauten Autos per ‚Du‘? Wo war das mit Vertretern der Großaktionäre und der Gewerkschaften gespickte Kontrollgremium ‚Aufsichtsrat‘, das den Vorstand hätte überwachen und die Risikokontrollsysteme auf Geeignetheit hätte überprüfen sollen? Mir fällt dazu nur eine Beschreibung ein: Kollektives Versagen!“

Zur neuen Strategie des VW-Vorstandschefs Matthias Müller:

„Da wird wahrlich nicht gekleckert sondern regelrecht geklotzt. Volkswagen soll bis 2025 komplett auf links gedreht werden. Doch woher soll eigentlich das Geld für die VW-typisch hochfliegenden Pläne kommen, nach denen der Autokonzern sich in ein Hightech-Unternehmen wandeln soll, das in E-Mobilität und beim autonomen Fahren führend sein wird? Ist es wirklich realistisch, wenn suggeriert wird, Einsparungen alleine würden dafür reichen? Oder wird nicht doch schon ganz konkret über den Verkauf von Unternehmensteilen nachgedacht? Wie sieht es zum Beispiel mit der Schiffsmotorensparte von MAN aus, der MAN power engineering? Oder mit dem Motorradbauer Ducati?“

Pressemitteilung vom 21. Juni 2016

Mitglieder wenden sich bitte an die zuständigen DSW-Mitarbeiter.

Ansprechpartner für die Presse: Jürgen Kurz, Pressesprecher