Gemeinsam anlegen macht Spaß
Neben der individuellen Anlage in Aktien gehen immer mehr Privatanleger dazu über, gemeinsam mit Freunden, Kollegen, Verwandten ihr Glück an der Börse zu versuchen. Das erfolgt meist in der Form eines Investmentclubs. Schon 1898 wurde der erste Investmentclub der Welt in den USA gegründet. Wie auch heute stand damals die Idee im Vordergrund, durch die Bündelung von Kapital größere Investitionen an der Börse durchführen zu können.
In Deutschland sollte es bis zu den 60er Jahren dauern, bis die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) die Investmentclub-Idee erstmals der deutschen Öffentlichkeit präsentierte. Seitdem wurden in Deutschland unzählige Investmentclubs gegründet. Aktuell bestehen rund 6.500 solcher Zusammenschlüsse in Deutschland.
Als Dachverband der deutschen Investmentclubs und deutsches Mitglied der World Federation of Investment Corporation (WFIC), dem Weltverband der Investmentclubber, steht die DSW Interessierten mit Rat und Tat nicht nur bei der Umsetzung ihrer Gründungsinitiative beiseite.
Bessere Streuung, mehr Ertrag
Hinter der Idee des Investmentclubs steckt vor allem die Tatsache, dass aus einem Mehr an Einsatz auch ein Mehr an Ertrag fließen kann. Ein einfaches Beispiel mag das verdeutlichen: Hat ein Anleger 200 Euro im Monat für das Sparen übrig, multipliziert sich dieser Wert bei einen Investmentclub mit etwa 20 Mitgliedern auf monatlich 4.000 Euro. Ein entsprechender Investmentclub könnte somit nach einem Jahr über 48.000 Euro investieren. Einem allein agierenden Anleger stehen dagegen nur 2.400 Euro zur Verfügung.
Die Beispielrechnung verdeutlicht, dass die Organisation in einem Investmentclub unter anderem Volumenvorteile bringt. Ein einzelner Anleger würde bei stetiger Investition für das gleiche Portfolio eine sehr viel längere Zeit benötigen - wenn er es überhaupt jemals erreichen würde. Aber gerade höhere Anlagebeträge erlauben es, das eingegangene Risiko breiter zu streuen. Und sich so gegen eine schlechte Gesamtperformance besser abzusichern.
Daneben hat die Idee des gemeinsamen Sparens natürlich noch einen anderen Vorteil. Alle Mitglieder des Clubs durchlaufen gemeinsam einen Lern- und Entwicklungsprozess. Der gemeinsam erlebte Erfolg wie auch das geteilte Leid, wenn's einmal nicht so gut läuft, führen zu einer ganz besonderen Verbindung unter den Mitgliedern. Und die - das zeigen genügend Beispiele aus der Praxis - überlebt in den meisten Fällen auch schlechte Börsenzeiten.

