Telekom-HV steht im Zeichen der Verabschiedung des langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden

Am 7. April 2022 findet die Hauptversammlung der Deutschen Telekom als Präsenzveranstaltung in Bonn statt. „Das ist eine sehr gute Nachricht für die Telekom-Aktionäre und zugleich ein wichtiges Signal an alle anderen Gesellschaften“, sagt Frederik Beckendorff, der die Hauptversammlung als Vertreter der DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) besuchen wird, und weiter: „Nach unserer Überzeugung ermöglicht nur die Präsenz-Hauptversammlung eine echte interaktive Debatte zwischen Anteilseignern und Unternehmensverwaltung, auch vor dem Hintergrund des im aktuellen Gesetzentwurf zur dauerhaften Einführung virtueller Hauptversammlungen vorgesehenen Formats“.

Dabei dürfte die Hauptversammlung ganz im Zeichen der Verabschiedung des langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Ulrich Lehner stehen, der mit Ablauf der Hauptversammlung aus dem Gremium ausscheiden wird. „Mit Frank Appel wird den Aktionärinnen und Aktionären ein ausgezeichneter und von der DSW geschätzter Kandidat als Nachfolger vorgeschlagen, der eine äußerst erfolgreiche Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender eines ebenfalls in einem stark regulierten Markt tätigen DAX-Unternehmens mit der Bundesrepublik Deutschland als Hauptaktionär vorzuweisen hat“, so Beckendorff. „Was wir jedoch noch nicht verstehen ist, warum es nun zu der bis Mai 2023 befristeten Doppelbelastung als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post und als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Telekom kommen muss“, moniert Beckendorff.

Weitere wichtige Themen der Hauptversammlung dürften die im Dezember 2021 verkündete vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem Vorstandsvorsitzenden Timotheus Höttges und die damit im Zusammenhang stehenden Anpassungen am Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder sein. „Was aus unserer Sicht weder sinnvoll noch nachvollziehbar ist, ist die ewige Vergütungsdiskussion in Dauerschleife, ausgelöst durch die regelmäßige Anpassung der Vergütung des Vorstandsvorsitzenden in den vergangenen Jahren“, bemängelt Beckendorff, und weiter: „Wir fragen uns schon, warum die vorzeitige Verlängerung des Vertrags von Herrn Höttges im Dezember 2021 erfolgt ist und weshalb damit nicht bis zum Amtsantritt des neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewartet wurde“.

Ebenfalls im Fokus der Hauptversammlung werde die erneute Anpassung der Dividendenpolitik stehen. „Mit Verwunderung mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass die erst seit 2020 gültige Dividendenpolitik bereits wieder Geschichte ist.“, sagt Beckendorff. Nun sollen 40 bis 60 Prozent des bereinigten Ergebnisses je Aktie zur Ausschüttung kommen, die Mindestdividende betrage unverändert 60 Cent je Aktie. „Wir werten dies als Eingeständnis, dass sich die vorherige Dividendenpolitik, die das relative Wachstum des bereinigten Ergebnisses je Aktie reflektieren sollte, nicht bewährt hat“, erläutert Beckendorff. Da die Telekom plane, das bereinigte Ergebnis je Aktie bis 2024 auf über 1,75 Euro zu steigern, seien aber auch zukünftig steigende Dividenden zu erwarten.

Mitglieder wenden sich bitte an die zuständigen DSW-Mitarbeiter.

Ansprechpartner für die Presse: Jürgen Kurz, Pressesprecher