Barabfindung Celanese AG

Frage: Als Celanese-Aktionär habe ich die Mitteilung erhalten, dass eine neue Hauptversammlung am 30. und 31. Juli stattfindet, in der über einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag abgestimmt werden soll. Vor diesem Hintergrund bietet der Großaktionär von Celanese (Blackstone) eine Barabfindung von 41,92 Euro an. Dieses Angebot liegt fast 10 Euro über dem ursprünglichen. Wie ist diese große Differenz zwischen den Angeboten zu erklären? Und wie sieht es mit den 200 Celanese-Aktien aus, für die ich bereits das Angebot von 32,50 Euro angenommen habe, bekomme ich hier eine Nachbesserung?

Hubertus Sch. aus Wickrath.

Antwort: Leider gibt es keinen Anspruch auf Nachbesserung für die über 84 Prozent Celanese-Aktionäre, die wie Sie das erste Abfindungsangebot in Höhe von 32,50 Euro bereits angenommen haben. Die große Differenz zu dem jetzigen Angebot von 41,92 Euro ist aus Sicht der Aktionäre allerdings nur schwer nachzuvollziehen. Sie beruht offenbar auf einer Unternehmensbewertung des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst&Young. Im Unterschied zu den Kapitalmarktbewertungen, den so genannten „fairness opinions“, die dem ersten Angebot zugrunde lagen, werden hier gerichtlich vorgegebene Standards des Instituts der Wirtschaftsprüfer genutzt, was zu dieser deutlich höheren Bewertung geführt hat. Trotz dieses verbesserten Angebots ist wohl davon auszugehen, dass ein Spruchverfahren zur gerichtlichen Überprüfung der Angemessenheit des Abfindungsangebots und der Ausgleichszahlung im Nachgang zu der nächsten außerordentlichen Hauptversammlung von Aktionärsseite eingeleitet wird. Insgesamt zeigt sich auch in diesem Fall wieder, dass die Aktionäre, die einen langen Atem haben, hierfür in der Regel belohnt werden.

Jella Benner-Heinacher