SAP-HV: DSW wird gegen Wiederwahl von Hasso Plattner stimmen

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50 Jahre SAP – wenn das kein Grund zum Feiern ist: Die Zahlen des Softwarekonzerns stimmen und auch über die Dividende plus Jubiläumsbonus können sich die Aktionäre nicht beklagen. Dennoch ist die Stimmung bei den SAP-Anteilseignern wegen der traurigen Entwicklung des Aktienkurses eher Moll. „Aus Sicht der DSW ist die Aktie aktuell stark unterbewertet.

Anlegerschützer plädieren für Ausschuss „Related Party-Transactions“ im Aufsichtsrat.

Der Kapitalmarkt ist offensichtlich skeptisch, ob die Transformation in das Cloudgeschäft so reibungslos läuft, wie angekündigt. Wir werden daher auf der Hauptversammlung am 18. Mai die Gründe für diese Entwicklung ebenso hinterfragen wie die wirtschaftlichen Folgen des Ausstiegs aus Russland“, sagt Jella Benner-Heinacher, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz). „Es ist schade, dass wir uns auf der diesjährigen HV zusätzlich mit Fragen wie der Nachfolge im Vorstand und im Aufsichtsratsvorsitz sowie mit Compliance- und Governance Themen beschäftigen müssen “, kritisiert die DSW-Frau.

Trotz guter Zahlen und positiven Ausblick gibt es einige kritische Themen wie etwa die verschiedenen Unternehmenszukäufe u.a. von Taulia, Crossgate und die weit zurückliegende Übernahme von Tomorrow Now bis hin zu dem neuen Joint-Venture SAP Fioneer, die im Zentrum der Diskussion stehen werden. „In all diesen Fällen waren in irgendeiner Form die SAP-Gründer - also die ‚SAP-Familie‘ – mittelbar oder unmittelbar involviert. Dies ist per se nicht kritisch, aber es muss in jedem Fall sichergestellt sein, dass die Bewertung der zu erwerbenden Unternehmensanteile von Anfang an unabhängig erfolgt, so wie dies für eine börsennotierte Aktiengesellschaft üblich ist“, sagt Benner-Heinacher. Vor diesem Hintergrund plädiert die DSW für die schnelle Einrichtung eines Related-Party-Transaction Ausschusses im Aufsichtsrat, der diese Unternehmenskäufe- und zusammenschlüsse in Zukunft unabhängig prüfen und überwachen sollte.

Kritisch sieht die DSW auch die Arbeit des Aufsichtsrats bei der Regelung der Besetzung von Vorstandspositionen und seinem eigenen Vorsitz: „Ständige Wechsel im Vorstand sind bei SAP inzwischen schon fast der ‚Normalzustand‘. Das spricht nicht unbedingt für eine solide und langfristige Nachfolgeplanung. Jetzt verlässt sogar der Finanzvorstand nach fast 30 Jahren den Vorstand. Wir bedauern das sehr, denn Luca Mucic war für uns Investoren immer der Fels in der SAP-Brandung“, betont Benner-Heinacher. Aus Sicht der Aktionäre wäre eine gewisse Kontinuität auf Seiten des Vorstandes wünschenswert, damit sich das SAP-Management den wahren Herausforderungen zu hundert Prozent widmen könne, ist die DSW-Frau überzeugt.

Ganz oben auf der Agenda der Hauptversammlung steht neben geschäftspolitischen Themen der seit vielen Jahren diskutierte Wechsel im Aufsichtsratsvorsitz. „Seit über 8 Jahren wird hier eine Regelung angestrebt und jetzt wird sie – wieder einmal - für 2024 in Aussicht gestellt. Hier sind die Aktionäre neugierig, wie die SAP-Nachfolge von Herrn Plattner aussehen soll“, sagt Benner-Heinacher. „Wir sind uns bewusst, welche wichtige Rolle Hasso Plattner für SAP immer gespielt hat. Das gilt vor allem auch für das operative Geschäft wie das Beispiel von SAP HANA zeigt. Dies ist sicher umfassend zu würdigen. Davon unabhängig ist jedoch seine Rolle als Chefkontrolleur eines DAX 40 Unternehmens zu sehen.“, so Benner-Heinacher weiter. Es sei die primäre Aufgabe des Nominierungsausschusses, die Nachfolge im Aufsichtsrat und im Vorsitz zu regeln. „Offensichtlich ist der Ausschuss dieser Aufgabe bis heute nicht richtig nachgekommen. Die DSW wird vor diesem Hintergrund gegen die Wahl von Hasso Plattner, Rouven Westphal und Gunnar Wiedenfels – allesamt Mitglieder im Nominierungsausschuss – stimmen“, kündigt Benner-Heinacher an.

 

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Erik Bethkenhagen

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Erik Bethkenhagen verantwortet die Kommunikationsaktivitäten der DSW und ist unser Ansprechpartner für die Presse.

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