Was verbirgt sich hinter Total- oder Absolute-Return-Fonds?

Frage: Mein Nachbar, der in Geldangelegenheiten sehr bewandert ist, hat mir geraten, jetzt unbedingt in Total- oder Absolute-Return-Fonds zu investieren. Mir sagt das gar nichts. Können Sie mir erklären, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt?
Gerd B. aus Langenlonsheim

 

Antwort: Fonds mit Total-Return- oder Absolute-Return-Strategien haben eine einfache Zielvorgabe: Es geht darum, eine möglichst hohe absolute und positive Rendite zu erwirtschaften. Was zunächst nach einer Selbstverständlichkeit klingt, ist in Wirklichkeit der größte Unterschied dieser Asset-Klasse zu ähnlichen Anlageformen. Klassische Investmentfonds sind nämlich nicht an ein Renditeziel gekoppelt, sondern an Vergleichsgrößen wie etwa einen Index. Diesen gilt es dann zu schlagen. Dieses Ziel kann der Fondsmanager auch mit einer negativen Rendite erreichen, wenn die gewählte Benchmark noch schlechter abschneidet.

Klar ist, dass die Auswahl der Papiere, in die investiert werden kann, durch eine solche Zielvorgabe stark eingeschränkt wird. Schließlich ist das Risiko, gegen den Vergleichsindex zu verlieren, umso größer, je weiter man sich von den darin enthaltenen Werten entfernt. Ganz anders bei dem Verwalter eines Return-Fonds, der im Prinzip investieren kann, wie er will. Leider gibt es keine eindeutige Klassifizierung dieser Fondsart. Häufig genug verbergen sich hinter der schönen Bezeichnung einfache Mischfonds (Renten und Aktien), Renten-, Garantie- oder Dachfonds. Insgesamt gesehen sind die Return-Fonds also eher mit Vorsicht zu genießen. Denn was gut klingt, muss nicht unbedingt zu überdurchschnittlichen Renditen führen. Das ist jedenfalls die Erfahrung der letzten Jahre, in denen diese Anlageklasse eher schlechter abgeschnitten hat als klassische Formen.

Jella Benner-Heinacher