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Altersvorsorgedepot und Frühstartrente ab 2027: DSW ruft zur Rentenoffensive auf und warnt ausdrücklich vor zu teuren Vorsorgeangeboten
Kapitalmarkt und Geldanlage gehen jeden an. Wer langfristig profitieren will, muss sich mit Geldanlage sowie den Chancen und Risiken des Kapitalmarkts auseinandersetzen und aktiv werden, um die staatliche Förderung für sich zu nutzen.
Düsseldorf, 15. Oktober 2026
Mit dem neuen Altersvorsorgedepot und der Frühstartrente setzt Deutschland ab 2027 stärker auf kapitalmarktbasierte Vorsorge. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW) begrüßt diesen Paradigmenwechsel und verbindet ihn mit einem klaren Appell an alle Bürgerinnen und Bürger: Informieren, Chancen und Risiken verstehen und vor allem aktiv werden.„Es reicht nicht, die neuen Möglichkeiten nur zu kennen“, sagt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW. „Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich vielmehr aktiv mit dem Thema Geldanlage auseinandersetzen und die Chancen des Kapitalmarkts für sich nutzen. Viele Menschen haben hier nach wie vor Berührungsängste. Dafür gibt es keinen Grund. Wer sich informiert, die Risiken versteht und langfristig denkt, muss vor dem Anlegen und vor dem Kapitalmarkt keine Sorgen haben“
Deutschland steht vor einer neuen Anlagekultur
Aus Sicht der DSW bietet die Reform die Chance, die Anlagekultur in Deutschland nachhaltig zu verändern. Zu lange haben Garantien und vermeintliche Sicherheit die Diskussion über Altersvorsorge geprägt.
„Wir müssen weg von der Vorstellung, dass Anlegen und Kapitalmarkt nur etwas für Spezialisten sind. Jeder Bürger sollte verstehen, welche Möglichkeiten er oder sie bei der Geldanlage hat, welche Risiken damit verbunden sind und wie langfristiger Vermögensaufbau funktionieren kann“, unterstreicht Marc Tüngler.
Das neue Altersvorsorgedepot soll ab 2027 einen einfacheren, stärker kapitalmarktorientierten und vor allem staatlich geförderten Vermögensaufbau ermöglichen. Für die DSW ist entscheidend, dass die neuen Angebote einfach, transparent, kostengünstig und verständlich ausgestaltet werden. Anleger müssen echte Wahlmöglichkeiten erhalten und sollten zunächst Kosten sowie Risiken nachvollziehen und vergleichen.
Insofern warnt die DSW ausdrücklich vor derzeit beworbenen Angeboten,die mit Gebühren verbunden sind, die das Altersvorsorgedepot gerade verhindern soll. Entscheidend ist, dass die staatliche Förderung tatsächlich den Anlegern zugutekommt und nicht durch hohe Kosten und Vertriebsprovisionen aufgezehrt wird.
Frühstartrente: Früh an den Kapitalmarkt heranführen
Auch die geplante Frühstartrente kann nach Ansicht der DSW weit mehr leisten als einen staatlichen Zuschuss. Vorgesehen ist, dass der Staat für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr bis zur Volljährigkeit monatlich 10 Euro in ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot einzahlt. Über zwölf Jahre summieren sich die staatlichen Einzahlungen auf 1.440 Euro.
„Zehn Euro im Monat werden die Rentenlücke nicht schließen. Aber die Frühstartrente kann Millionen junge Menschen frühzeitig und ganz selbstverständlich mit dem Kapitalmarkt und langfristigem Investieren in Kontakt bringen“, erklärt Tüngler.
Entscheidend ist deshalb, die Frühstartrente mit finanzieller Bildung zu verbinden. Junge Menschen sollten nachvollziehen können, wo ihr Geld investiert wird, wie Rendite entsteht, was Schwankungen bedeuten und warum ein langer Anlagehorizont ein entscheidender Vorteil sein kann.
DSW: Alle sollten vom Kapitalmarkt profitieren
„Unser Appell richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger: Beschäftigen Sie sich mit Ihrem Geld, informieren Sie sich über Chancen und Risiken und werden Sie vor allem aktiv“, sagt Tüngler. „Denn langfristiger Vermögensaufbau entsteht nicht von allein. Wer die Möglichkeiten des Kapitalmarkts nutzen will, muss den ersten Schritt jetzt selbst gehen, um die staatliche Förderung für sich zu nutzen.“
Mitglieder wenden sich bitte an die zuständigen DSW-Mitarbeiter.
Ansprechpartner für die Presse: Erik Bethkenhagen, Pressesprecher